![]() | 15. Juli 2010 Meine Geschichte... ...muss ich immer mal wieder umschreiben, aber ich denke, die jetzige "Version" ist nah dran an der Wahrheit. Also, vor 2,5 Jahren hat mein damaliger Mann einen Knoten in meiner Brust gestastet. Nach einer OP und Entnahme eines 1/4 meines Brustgewebes habe ich einen Tag vor der zweiten OP erfahren, dass mir die linke Brust komplett abgenommen werden müsste, da die Krebszellen so verstreut waren.(Der Knoten war übrigens harmlos, aber als "Wegweiser" hatte er dann doch seine Funktion gehabt.) In einer dritten OP wurden mir noch meine Lymphknoten aus der Axilla entfernt und nach sechs heftigen Chemozyklen habe ich mich der empfohlenen Antihormontherapie, dich mich künstlich in die Wechseljahre versetzen sollte, verweigert und lebe gut mit der Entscheidung. Parallel zur Diagnosestellung und den OPs haben wir ein Haus gekauft, ausgebaut und sind zwischen zwei Chemozyklen umgezogen. Ich war so was von tapfer und zweckoptimistisch, eine Kommilitonin war mir ja 10 Jahre voraus und lebt immer noch, was sollte also passieren? Ich habe meine Umwelt getröstet als sie von meiner Diagnose erfuhren, habe meinen Mann bemitleidet und bewundert, weil er nach der Arbeit immer noch auf die Baustelle gefahren ist, mich zwischendurch im Krankenhaus besucht hat und mich ermuntert hat, mich auch mit Glatze zu zeigen. Mit einer Freundin habe ich mich zu einer (Akt-)Fotosession getroffen, u.a. auch, um anderen betroffenen Frauen Mut zu machen und zu zeigen, dass Erotik und Brustamputation sich nicht einander ausschließen. Nur für mich selbst habe ich nicht gesorgt. Nach 9 Monaten bin ich wieder arbeiten gegangen und wollte so schnell wie möglich wieder in mein "altes" Leben zurück. Plötzlich war da aber so ein diffuses Gefühl, es war doch alles vorbei mit den Behandlungen, ich hatte mich so auf den normalen Alltag gefreut und der fühlte sich so falsch an. Ich habe nur geheult und mich nach Trost und Zärtlichkeit gesehnt. Um meine Familie nicht weiter zu belasten (meine Tochter war gerade süße 16), hab ich eine Psychotherapie begonnen. Die hat auch recht gut geholfen, die Haare wuchsen wieder und der Brustaufbau ging los. Und dann eröffnete mir mein Mann, der doch so toll zu mir gehalten hatte, er habe sich in eine Kollegin verliebt. Nach quälenden vier Monaten mit ganz vielen emotionalen Up and Downs hat er sich zur Trennung entschlossen, war aber mehr bei mir als bei der anderen, es gab immer wieder Streit und eines Tages habe ich ihn tot in der Garage gefunden als ich mit meiner Tochter von einer Wohnungsbesichtigung kam. Ich habe funktioniert, die Beerdigung organisiert, das Haus verkauft, parallel dazu ein paar Dates über den JC und weitere OPs zum Brustaufbau gehabt. Der ist mittlerweile abgeschlossen, ich bin nicht mehr asymmetrisch und genieße es, gerade bei den aktuellen Temperaturen ohne BH und Epithese rumlaufen zu können. Was der Krebs nicht geschafft hat, hat das Verhalten meines Mannes bewirkt: Ich wollte nicht mehr leben. Er konnte mit meiner Verkrüppelung noch schlechter umgehen als ich. Gesprächen ist er ausgewichen und auch seine Lügen und Feigheit am Ende haben mich mehr getroffen als alles andere. So weit die "Kurzversion". Mittlerweile habe ich zumindest in Ansätzen gelernt, auch Schwäche zu zeigen und mir Hilfe zu holen und die rosarote Brille des Zweckoptimismus auch mal abzusetzen. Gleichzeitig ist mein Selbst-Bewusstsein größer und authentischer geworden. Die Unbefangenheit ist weg. Es trifft eben nicht immer nur die anderen. Aber ICH lebe und bin auf dem Weg zu mir ein ganzes Stück weiter gekommen. Noch zwei Bemerkungen zu dieser Gruppe: 1. Ich finde es toll, auf welche Art und Weise hier kommuniziert wird (abgesehen von den missionarischen Einwürfen der Pharmakritiker - jeder muss sich für seinen eigenen Weg entscheiden dürfen.) 2. Manchmal hilft es auch, miteinander zu weinen. Es gibt nicht immer Trost. Auch Trauer und Angst brauchen ihren Raum. |
![]() | 15. Juli 2010 @anonyma bewundernswert wie Du dein Leben meisterst. Weiter so. Eine positive Einstellung kann nur hilfreich sein Es bedarf keiner Kommentare für das was Du durchgemacht hast, deshalb schick ich Dir jetzt einfach meinen kleinen Engel der auf Dich aufpasst und Dir einfach Kraft geben soll. Du und all die anderen haben ihn sicher "nötiger " als ich. Kopf hoch - geniesse die schönen Dinge im Leben! Wir sind immer für Dich da. Knuddel Heaven |
![]() | 15. Juli 2010 @Heaven Danke für den Engel, vielleicht eignet er sich ja als "Wanderpokal"? Aber so ein himmlisches Wesen sollte es doch schaffen, für mehrere auf einmal da zu sein. Und ich möchte eigentlich nicht, dass wir entscheiden müssen, wer hier Unterstützung "nötiger" hat als andere. Jeder von uns ist auf seine Weise bedürftig und kann aber genauso gut (je nach Tagesform) auch für die anderen da sein. |
![]() | 16. Juli 2010 merci Ich bin, denk und glaub jetzt einfach mal, hier die "einzige" *Üfragend umschau* die als "Unbeteiligte" spricht. Grad heut war ich wieder auf einer Beerdigung. Eine Freundin meiner Schwiegermama. Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das gibt einem echt zu denken. Seit Wochen schlafe ich keine Nacht mehr durch. Kann mir nicht im geringsten vorstellen wie die Leute unter uns (und davon sinds ja genug - sorry das es so lapidar klingt, doch mir fehlen grad die Worte) mit so einer Nachricht persönlich umgehen können. In den letzten 2 Monaten nahm man mir 3 Menschen die mir äusserst wichtig waren und glaub(t) mir - ich erlebe mein Leben im Augenblick intensiver als ich es mir je vorzustellen vermochte. Ich klammer mich an jedes schöne Erlebnis das der Tag so für mich bringt. Es ist wirklich toll teil dieser Gruppe zu sein und ich wünsche das noch viele Menschen Anteil an dieser inneren Stärke teilhaben können. Knuffel Heaven |
![]() | 16. Juli 2010 Das kenne ich... ... im letzten Jahr sind 3 Menschen gestorben, zu denen ich irgendwie eine "Beziehung" hatte: eine Bekannte, die ich während der Kur kennengelernt habe, die Frau, die früher mal unsere Lohnbuchhaltung gemacht hat (beide Krebs) und der 22jährige Sohn der Hauskäufer, den ich (zum Glück) nicht persönlich kannte. Es gibt Tage, da denkt man, es ist nicht mehr zu ertragen, wieviel Leid um einen herum geschieht und jedes Lachen erscheint falsch. Das müssen wir einfach aushalten.... |
![]() | 16. Juli 2010 Ich auch Also nicht direkt betroffen. Zumindest weiß ich es nicht. Ich habe "nur" einen sehr engen Bezug zum Thema durch meine Großmutter, deren letzter Verwandter in der Nähe ich bin und die seit meiner Geburt mit Krebs lebt. Und durch meine Mone, die ihr Krebs nicht weiter leben ließ Dennoch (oder dadurch?) kann ich sehr gut mit allen direkt Betroffenen hier gut mitfühlen und freue mich, wenn ich irgendwie hier helfen kann. Und @Anonyma: Ja, auch Trauer und Tränen sind wichtig. Sie befreien und holen auf den Boden der Realität zurück. Ich glaube, nur wer ehrlich und tief trauern kann (auch über sein eigenes Schicksal, der kann auch wieder Kraft sammeln, um danach optimistisch in die Zukunft zu sehen. |
![]() | 16. Juli 2010 Heaven... ich bin auch nicht direkt betroffen, aber ich bin hier weil ich dem wichtigsten Menschen in meinem Leben Halt und Kraft gebe...ich geh mal davon aus das es so ist.. @sorbas Ja, auch Trauer und Tränen sind wichtig. Sie befreien und holen auf den Boden der Realität zurück. Ich glaube, nur wer ehrlich und tief trauern kann (auch über sein eigenes Schicksal, der kann auch wieder Kraft sammeln, um danach optimistisch in die Zukunft zu sehen. genau das habe ich dir vor monaten gesagt... Tränen....lass sie raus schluck sie nicht runter....sie befreien ein wenig vom Schmerz, von der Trauer....und meine worte haben geholfen...das war mein Ziel.... lg |
![]() | 12. August 2010 Eine neue Geschichte Hallo, auf nachfragen ....sollte ich hier rein schreiben. Als ich zum Frauenarzt ging zur Kontrolle, fühlte er etwas, was ich nicht fühlte und schickte mich daraufhin zur Mammographie. Ich dann hin und da an der Stelle war auch nichts, aber dafür an einer anderen. Keiner der beiden Ärzte konnte genaueres sagen, also ging ich zur Stanzbiopsie. Dort stellte sich heraus das es ein Karzinom ist. Da Geburtstage vor der Tür standen von mein Kids, hatte ich dann den OP Termin am 28. Juli diesen Jahres. Als ich den Befund erhielt ...guckte mich die Ärztin an und sagte ....sie sind ja ziemlich gefasst, aber das würde sich noch ändern. Ich dann zu mir ...warum das denn. Er ist durch zufall gefunden worden und wollte ebenhalt nicht mehr bei mir sein. Er war so groß, das man ihn operieren konnte und so klein, das sehr gute Heilungschancen sind. Warum sollte ich mir da ein Kopf drum machen. Ich gehe rein, die schnibbeln raus und gut ist. Meine Geschwister und einige im Umfeld reagieren eben halt, wie sehr viele. Haben Mitleid und, und, und. Mein Freund den ich kurz vorher kennen lernte, hatte selber einmal Krebs gehabt. Er hatte auch ein gutes Gefühl, wie ich eben. Nur ......ging dann die Gefühlswelt bei mir den Bach runter. Es lag nicht am Krebs ....es war mein Freund. Er hatte sein Job wegen Kurzarbeit verloren, seine Ex-Frau terrorisiert ihn, sein Vater der im Sterben lag, ist dann verstorben, wurde kurz vor mein Geburtstag beerdigt und für ihn brach eine Welt zusammen. Ich denke ....mein Krebs ......hängt da auch mit drin. Er hat mich quasi vor die Tür gestellt und zugemacht. Er sagte, er hat mich lieb, mein Krebs hat da mit nichts zu tun, er kann eben nicht mehr, will alles alleine durchziehen. In den fast sieben Wochen hörte ich so gut nicht mehr von ihm. Er versprach mir, das ich ihn vor der Op noch mal zu sehen bekomme .......war nichts. In mir, viel eine Welt zusammen. Als ich im Krankenhaus war, kam dann nur eine sms, das er sich einweisen lassen hat. Er hat sich professionelle Hilfe geholt. Den schritt finde ich gut, aber ....ich stehe immer noch im Regen. Im Krankenhaus meine Bettnachbarin .....wenn man dich so anschaut, könnte man meinen, du seist gar nicht krank ...lach. Man wollte mich auch da behalten, weil ich so Pflegeleicht war. Beim stöbern gestern hier im Forum, las ich in einem Profil: Was du liebst, das lasse frei, lass es die Welt erkunden. Kehrt es zurück, bleibt es dir treu. Mir kam sofort mein Freund in Kopf. Darauf hin habe ich gestern die Beziehung (wenn es denn noch eine war) per sms beendet. Da ich ihn anderes eh nicht erreichen kann. Ich habe geheult, wie damals, als meine Mutter verstorben ist. Ich war 12 und sie starb an Magen und Darmkrebs. Für mich brach damals die Welt zusammen, wie heute morgen eben auch. Mein Vater verstarb, da war ich 22 an Lungenkrebs. Brustkrebs liegt auch in der Familie Mütterlicher Seite. Das erfuhr ich aber erst auf den Geburtstag von mein kleinen. Loslassen ist echt nicht einfach, mir stehen jetzt noch die Tränen in den Augen. Aber es muss sein. Ich muss an mich denken, ich kann so auch nicht mehr. Auch wenn der Kerbs, bei mir am Ar..... an vorbei geht, ist es nicht gut, weiter im Regen, vor der Tür zu stehen und man lässt mich nicht rein. Das ist nicht gut für mich und den Krebs. Er gehört jetzt eben bei mir dazu, aber er geht auch wieder. Das weiß ich. |
![]() | 12. August 2010 Das ist nicht gut für mich und den Krebs. Er gehört jetzt eben bei mir dazu, er geht auch wieder. Das weiß ich. Nun... seit: hatte ich dann den OP Termin am 28. Juli diesen Jahres. gehört er nicht mehr zu Dir Du hattest einen Tumor und nun ist er weg. Deine Lymphknoten waren frei d.h. KEINE Metastasen und keine Chemo... Zum Glück! Du kannst "getrost" sagen: Ich hatte einen Tumor od., ich hatte Brustkrebs. Für die nächsten 5 Jahre bist Du im (engmaschigen) Nachsorgeprogramm. Offiziell läufst Du unter "KREBSERKRANKT". Wenn bis dorthin nix "Neues" mehr nach kommt, bist Du gesund und Du kommst ins ganz normale Vorsorgeprogramm. Also zumindest in Österreich ist das so. Ich habe mir von der OP weg angewöhnt, in der "ich hatte"- Form zu sprechen. Weißt Du? Ich denke man kanns ihm nicht oft genug sagen, dass er WAR! Alle LIEBE für Dich! |
![]() | 12. August 2010 kommt drauf an wie gut sie weggeschnitten haben, ob das gewebe rund um den karzinom frei ist. denn das erfahre ich erst morgen. wenn dann alles weg ist ....ist er auch weg |
![]() | 12. August 2010 Bekommst Du denn auch eine Bestrahlungstherapie? In Österreich ist das obligat und glaub mir, da geht auch der letzte Rest "zugrunde"! Wichtig ist, genau zu beobachten, ob nichts "NEUES" nach kommt. Die besten Chancen hast Du (meiner Ansicht nach), wenn Du den eingeschlagenen Weg weiter gehst und ALL Deine Knoten im Leben löst. |
![]() | 12. August 2010 ja den werde ich weiter gehen. habe schon viel in mein leben verändert. bestrahlung und tabletten sind mir sicher ...das weiß ich. aber genaueres eben morgen. |
![]() | 12. August 2010 Du machst das gut! Offensichtlich hattest Du auch einen Östrogenabhängigen und bekommst nun für die nächsten 5 Jahre Arimidex? Der hat ganz gute Chancen für immer zu verschwinden. Hast Du Dich schon durchs Forum gelesen? Guckst Du: Diagnose Krebs: Das Leben nach der Diagnose ... |
![]() | 12. August 2010 nein habe mich noch nicht ganz durch geackert ...lach Östrogenabhängigen ...lach da war was, hatte es mir nach der op nicht aufgeschrieben. Aber morgen kommt Freundin mit und da notiere wir uns auch einiges. Damit das nicht wieder verloren geht. |
![]() | 13. August 2010 einfache nur ... geil .......ich bin Krebsfrei ....freu. Heute hatte ich ja den Befund bekommen und ich bin happy. Ich hatte wahnsinniges Glück gehabt und dafür bin ich Dankbar. Der Karzinom war 7 mm groß. Nächste Woche Freitag habe ich erst mal das Gespräch, wegen der Strahlentherapie, ca. 7 Wochen lang. Und Dienstag sehe ich dann mein Frauenarzt und mal sehen ....was da noch so auf mich zukommt, wegen den Tabletten. Die einen 5 Jahre die anderen 2 Jahre. Nur weiß ich den Namen nicht mehr, aber meine Freundin hat sich das notiert und sie hat auch noch den Zettel ...lach. Das ist einfach nur .....schön. Da hat sich mein Bauchgefühl echt nicht getäuscht, Danke. |