Brustkrebs - Implantat oder Eigenfleischverpflanzung?

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Themenersteller
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20. Mär

Brustkrebs - Implantat oder Eigenfleischverpflanzung?
Hallo zusammen,

bald wird meine OP sein. Der Tumor bzw. das Gewebe drum herum im Vorstadium ist so groß, dass ich mich zwischen Implantat oder Eigenfleischverpflanzung (aus dem Bauch) entscheiden soll. Ich selbst neige deutlich zum Implantat, wüsste aber sehr gerne eure Erfahrungen dazu oder was ihr empfehlen würdet?

Wie lange dauern je die Gesundungsphasen??? (Bestrahlung oder Chemo brauche ich wahrscheinlich nicht, nur Antihormontherapie)
Hat jemand Empfehlungen für Implantate???
Sah es mit dem Implantat der anderen gesunden Brust wieder recht ähnlich?

Was sollte ich sonst alles bedenken?

Tausend Dank für eure Hilfe
LG von der Literaturfee *blumenschenk*
 
 
20. Mär

Nichts überstürzen....
...lass Dir Zeit mit Deiner Entscheidung. Ich wollte damals auch am liebsten alles in einer OP haben, aber die Ärztin wollte erstmal die Chemo abwarten. Und so hat es zwar alles etwas länger gedauert, aber ich hatte genug Zeit, mich umzutun und hab eine Klinik gefunden, die über Fettabsaugen und -Einspritzen in 5 Sitzungen mir einen wunderbaren Busen gezaubert haben. Bei Implantaten muss man m.E. die Schwerkraft der anderen Seite bedenken. Auf alle Fälle würd ich mich beraten lassen, inwiefern die Gegenseite angepasst wird. Auch wenn Du offensichtlich noch Glück hattest, es bleibt doch ein tiefer Einschnitt und der muss erstmal verarbeitet werden, daran ändert auch das schnelle äußerliche Kaschieren nichts. Das hab ich auch bei Freundinnen beobachten können.
Viel Kraft und toi, toi, toi
 
Themenersteller
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20. Mär

Danke anonyma...
Es geht auch über Fettabsaugung? Minimalinversiv ohne riesen OP???

Darüber würde ich sehr gerne mehr wissen, hier oder schreibe mich auch gerne direkt an...
Wo ist besagte Klinik, die du fandest?

Tausend Dank im Voraus,
LG
von der Literaturfee *blumenschenk*
 
 
20. Mär

Aufbau mit Eigenfett
Bei mir hat es Dr. Klaus Ueberreiter in Birkenwerder gemacht. Es war langwierig, 5 Sitzungen mit jeweils 3(?) Monaten Pause, eine üble Tortur mit Kompressionswäsche tragen, damit es an den Stellen, wo abgesaugt wurde keine Dellen gibt, aber jetzt nach einigen Jahren ist das alles vergessen, ich hab keinen Fremdkörper in mir und es fühlt sich gut an. Allerdings hab ich auch nur Körbchengröße A....
 
 
20. Mär

meine Erfahrungen
also ich war 2016 an Brustkrebs erkrankt und hatte mir in der erst OP auch die andere Brust straffen und angleichen lassen. Ging mühelos . Nach der Chemo wurde dann festgestellt, dass ich das BRCA1 Gen habe und ich über eine Mastektomie nachdenken sollte. Dadurch konnte ich mir auch die Bestrahlung ersparen.
Mein Onkologe hatte mich nach Düsseldorf in die Sana-Klinik geschickt - die machen Eigengewebeübertragung. Die haben aber sehr lange Wartezeiten, außerdem hätte ich auch 2 OP gebraucht und dann hat man noch einen riesen Bauchschnitt. Ich habe mich jetzt für Implantate entschieden und bin ganz zu frieden . Sollte es damit mal Probleme geben, kann man immer noch die Eigengewebesache machen.
Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe auch eine ganze Weile bis zur Entscheidung gebraucht.
Wünsche dir alles Gute und viel Glück
 
Gruppen-Mod
 Gruppen-Mod
20. Mär

Eigengewebe
Hallo liebe Literaturfee
& Danke anonyma für Deinen Beitrag.
anonyma:
Auch wenn Du offensichtlich noch Glück hattest, es bleibt doch ein tiefer Einschnitt und der muss erstmal verarbeitet werden, daran ändert auch das schnelle äußerliche Kaschieren nichts.

Meine Verarbeitung hat tatsächlich 5 Jahre gebraucht. Zugegeben das ist recht lange. Aber ich wollte zuerst all meine Knoten im Leben lösen, damit sich kein neuer mehr bilden kann.

Dann noch 2 Jahre bis ich mich endlich entschlossen habe meine strahlengeschädigte, kleingeschrumpelte Brust entfernen zu lassen. Jetzt im November habe ich mir aus Eigengewebe (Unterbauchfett mit Muskelteilresektiom zum Gefäßanschluß) eine neue Brust bauen lassen. Das Ergebnis ist schön zumal gleichzeitig eine Bauchdeckenstraffung mit der OP verbunden war.
Ich wollte auf keinen Fall Implantate, obwohl das vergleichsweise viel schneller und einfacher über die Bühne geht.
Eine OP mit Eigengewebe muss Frau wirklich wollen. Es ist eine riesengroße OP (6 Std.) und dauert bis zu 12 Monate bis die Heilung abgeschlossen ist. Mein Körper ist mit dem Heilungsprozess derart beschäftigt, dass kaum mehr Energie für die Versorgung der Haarwurzeln vorhanden ist. Zum Glück hatte ich sehr viele Haare und es fällt nicht gleich auf, dass sich meine Langhaarpracht halbiert hat. Aber sie wachsen wieder nach *bravo*
Nach einem Jahr (also im November) findet dann die Angleichung der gesunden Brust statt.
Die Zeit brauche ich aber auch um mich vollständig von dem Eingriff zu erholen. Die Angleichung ist im Vergleich dazu dann eher ein Spaziergang.
Die Antihormontherapie hat meine Figur komplett verändert. Das ist aber von Frau zu Frau ganz unterschiedlich.
Ich wünsche Dir von *herz*en eine schnelle Heilung von Leib und vor allem Seele
LG. libelle6
 
 
25. Mär

Lass dir Zeit,
mir ging es wie dir. Nur ganz schnell wieder Brust aufbauen, damit dich nur nichts an den Brustkrebs erinnert. Aber ich habe mich jetzt 4 Jahre nach der Amputation gegen einen Neuaufbau entschieden. Ich habe gelernt und begriffen, dass diese Krankheit zu mir gehört, dass das Leben endlich ist und dass ich jeden Tag so nutzen möchte, dass es mir gut geht. In einer der Rehas habe ich ausführliche Informationen über die Möglichkeiten und die Schritte des Wiederaufbaus informieren können und ich habe mich gefragt ob es mir wichtig ist wieder im Krankenhaus zu liegen, mich der Gefahr einer Narkose auszusetzen und wieder Wochen und Monatelang schmerzen zu ertragen. Und warum?
Alles ist mit neuen Eingriffen und neuen Narben verbunden. Ich für ich habe mich mit mir so wie ich bin angefreundet und bin ausgesprochen zufrieden mit mir.
Ich weis nicht wie lange das so bleibt, aber für heute ist es das beste für mich.
Aber jeder Mensch ist anders und mein Rat ist lass Dir Zeit und geb dir die Chance in Ruhe das richtige zu finden.
Ich drück dir die Daumen dass du wieder glücklich in die Zukunft schauen kannst!

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