Tamoxifen vs. Aromatasehemmer

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Themenersteller
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29. Jul 13

Tamoxifen vs. Aromatasehemmer
Hallo die Damen (in diesem Fall werden die Herren wohl kaum mitsprechen können *zwinker* ),

nachdem ich nun einen Quadranten weniger habe, die Strahlentherapie in Kürze ansteht und der Onkotype-Test definitiv belegt hat, dass ich von einer Chemo nicht profitiere, steht nun noch die AHT an.
Mein Arzt favorisiert Tamoxifen, meint aber, dass ich aufgrund meines Alters auch AH in Betracht ziehen sollte.

Mein Studium der einschlägigen Informationsseiten hat mir nicht wirklich weitergeholfen - die einen preisen AH als "moderne" und wirksamere Mittel an, die anderen beschreiben die schwereren Nebenwirkungen.

Wer von euch hat womit welche Erfahrungen gemacht? Über eure berichte würde ich mich sehr freuen *blume*

LG
die Lady der devotions
 
 
29. Jul 13

Hallo,
ich hatte die OP,33 x Bestrahlung und nehme Tamoxifen und Zoladex ( einmal im Monat als Spritze),Chemo habe ich abgelehnt.
Von den Tamoxi und Zoladex,hab ich wahnsinnige Hitzewallungen,kann nicht mehr schlafen,sexuelle Unlust und das Gewicht nimmt langsam zu.

Grüssle Bella*blume*
 
Themenersteller
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29. Jul 13

BellaAmore:
Hitzewallungen,kann nicht mehr schlafen,sexuelle Unlust und das Gewicht nimmt langsam zu

ja, diese Wirkungen (von "Neben-" kann man wohl nicht sprechen) haben wohl alle Antihormontherapien.
Wichtig wäre mir, ob es unter dem einen oder anderen Medikament zu schwereren Auswirkungen kommt. Ob es unterschiedliche Befindlichkeiten gibt. Wie andere Ärzte das jeweilige Mittel beurteilt haben...
 
 
29. Jul 13

Also schwere Auswirkungen kann ich im Moment noch nicht feststellen,nehme es aber auch erst seit Februar diesen Jahres.
Grüssle*blume*
 
 
29. Jul 13

Wenn ich das richtig verstanden habe,
hängt die Wahl der Mittel davon ab, ob Du die Menopause schon hinter Dir hast oder nicht. Ich sollte damals Tamoxifen nehmen für 5 Jahre, um künstlich ins Klimakterium versetzt zu werden, die wären jetzt um. Wegen der zu erwartenden Neben-Wirkungen habe ich abgelehnt, und es ist nichts passiert. Es geht mir gut. Lebensqualität vs. 5% mehr Überlebenschancen, ich habe meine Wahl nie bereut. Hör auf Deinen Bauch, wenn Dich die theoretischen Erkenntnisse nicht weiter bringen, Du musst schließlich mit Deiner Entscheidung leben und nicht die anderen....
 
Themenersteller
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29. Jul 13

nun ja, ich habe nahezu 100% östrogenpositive und > 80% progesteronpositive Rezeptoren. Da komme ich ins Grübeln. War urspünglich auch überzeugt, dass ich das nicht mitmache. Aber da nun auch keine Chemo durchgeführt wird, fühlt sich das natürlich wie ein Drahtseilakt an....
 
 
29. Jul 13

Ich hatte zu 80% ...und hab keine Chemo gemacht..für mich war es klar das ich es mache.

Aber hör wirklich auf deinen Bauch.

*blume*
 
 
29. Jul 13

Entscheiden, eine Frage, wie ich leben will
Ich hab nach meiner OP und 30 sehr hoch dosierte Bestrahlungen auch auf die mir dringend ans Herz gelegte Antihormontherapie abgelehnt. Nachdem ich mich schlau gelesen hatte, bin ich meinem Bauchgefühl gefolgt. Nur mit dem Hinweis, vorsichtshalber..dafür war mir der Preis zu hoch: Veränderung der Persönlichkeit, Veränderung des Gehirns, Erliegen der Libido, ständig unter Kontrolle sein...ich will leben ,lieben, mich freuen und habe keine Lust mich ständig krank zu fühlen. Wenn es denn wiederkommen sollte, dann geh ich eben wieder unters Messer und mach anschließend Bestrahlungen, aber nur noch 25, die letzten waren mörderisch, brauch ich auch nicht mehr. Aber das muß jeder selber entscheiden. Übrigens, auch Ärzte können nur empfehlen, oft verschweigen sie aber die Nebenwirkungen, es ist ja nicht ihr Körper, ihre Gefühle, ihre Hitzewallungen....
bei mir geht auf jeden Fall die Lebensqualität vor der Lebensverlängerung ( was ist das dann z.T. noch für ein Leben? Qual, Trauer, Verzweilfung, Verzicht, für was?), gerade weil ich ja auch noch den schwarzen Hautkrebs habe und jetzt auch noch den weißen. Morgen , hoffe ich, erwischen sie ihn ganz, damit wenigstens dieses Kapitel vorläufig abgeschloßen werden kann.
Wenn ich so die Beiträge lese: jede von uns muß ihre eigene Entscheidung treffen, weil jedes Lebensgefühl und der Wille zur Gestaltung des eigenen Lebens unterschiedlich ist, oder auch die Angst vor dem Ende.
Ich drück Dir die Daumen, daß Du für Dich den richtigen Weg findest. Wenn Du mit Dir im Einklang bist, egal wie Du Dich entscheidest, dann stimmt es.
 
 
30. Jul 13

Nimm Dir Zeit
Ich hatte mir damals auch Bedenkzeit erbeten. Ob die Therapie einen Monat früher oder später beginnt, spielt keine Rolle. Ich bin erstmal zur Kur gefahren und als ich wieder kam, war es zum Abschlussgespräch in der Chemo-Klinik plötzlich kein Thema mehr. Vermutlich hat auch der Arzt die Akte nicht gelesen ....
Meine niedergelassene Gynäkologin hatte immer Probleme mit meiner Entscheidung, aber irgendwie hatte ich erwartet, dass man mehr "Druck" auf mich ausüben würde, wenn es soooo überlebenswichtig wäre. Das alles hat mir geholfen. Und wenn Du Dich für eine AH-Therapie entscheidest: nichts ist für die Ewigkeit. Ich hab Frauen getroffen, die haben sie abgebrochen wegen der Nebenwirkungen. Auch dieser Weg bliebe noch.
 
 
3. Aug 13

Tamoxifen konnte ich gar nicht nehmen - ein Gentest hat ergeben, dass ich das nicht richtig verstoffwechsele und es daher gar nicht wirken würde!

Nach OP heftiger TAC-Chemo und 30 Bestrahlungen, nehme ich jetzt AH seit April.

Klar Hitzewallungen sind vorhanden, Muskel- und Gelenkschmerzen auch, aber die letzteren bekämpfe ich mit Sport (schwimmen - jetzt endlich tu ich was *zwinker*) und Medikamenten. Mir ist jedes % Chance den scheiß Krebs zu überleben Wert das zu tun momentan.

Wenn die NW eines Tages zu heftig werden, dann werde ich sicherlich nochmal neu darüber nachdenken; zumal ich ja noch nicht unterscheiden kann, ob ich noch Nachwirkungen der Chemo oder bereits NW der AHT habe.
 
 
3. Aug 13

Mein Therapieplan sah folgendes vor: 6 Zyklen TAC-Chemo, OP (Mastektomie), 33 hoch dosierte Bestrahlungen und anschließend Antihormon-Therapie.

Mit der AHT (Tamoxifen) habe ich kurz vor der Anschlussheilbehandlung angefangen. Mit Hitzewallungen etc. hatte ich eh schon während der Chemo zu kämpfen, da die TAC mich frühzeitig in die Wechseljahre beförderte *zwinker*

Tamoxifen habe ich Angangs sehr gut vertragen....aber nach ca. 9 Monaten wurde bei mir eine Thrombose im Arm festgestellt. Natürlich hat keiner der Ärzte zugegeben, dass das von Tamoxifen kommt, aber ich bin mir da ziemlich sicher. Tamoxifen wurde aufgrund des erhöhten Risikos unverzüglich abgesetzt...und durch Aromatasehemmer (Anostrozol) ersetzt. Die hab ich aber nur ca. 5 Monate eingenommen, da mir die Nebenwirkungen einfach zu heftig waren! Ich kam morgens kaum noch aus dem Bett, da ich starke Gelenkschmerzen hatte. Hinzu kamen Müdigkeit, Antriebslosigkeit und depressive Stimmungen.

Heute, 4 Jahre nach Diagnose, geht es mir sehr gut! Ich habe wieder Spass am Leben, bin aktiv und versuche jeden Tag mit "leben" zu füllen.

Mein Brustaufbau (mit Expander) geht zwar nur langsam voran, aber spätestens im nächsten Frühjahr bin ich auch damit fertig.

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden...

Ich wünsche Dir alles Gute und ganz viel positive Energie!
 
 
6. Aug 13

Danke für eure Beiträge - das hilft momentan mehr als Gespräche mit dem Arzt.

ich habe den Thread verfolgt, da ich selbst vor der Entscheidung stehe -
nach glimpflich verlaufener OP (keine Lymphknoten befallen, brusterhaltend operiert mit schönem Ergebnis, obwohl Tumor 2,5cm groß war) hatte ich erst gehofft, keine Chemo zu benötigen, aber wegen der Risikofaktoren empfahl man mir das volle Programm.
ich habe jetzt 2 von 6 Behandlungen FEC hinter mir, danach folgt obligatorisch Bestrahlung - aber die 5 Jahre Antihormone danach, das wollte ich nun doch nicht, nachdem ich so viel Schlechtes über die Nebenwirkungen erfahren hatte.

Gerade hab ich meinem Arzt von den momentanen Beschwerden erzählt (Gewichtszu - statt abnahme, Stimmungsschwankungen bis zu depressiven Anfällen, Hautprobleme, Mattigkeit) da eröffnet er mir, dass das völlig normal sei, weil bereits die Chemo mich künstlich in die Wechseljahre katapultiere -
bisher war ich davon ausgegangen, dass das erst mit der Einnahme der AH beginnen würde. So viel anders wird es also gar nicht mehr werden. Hoffe ich.

ich warte das Ende der Chemo ab und seh dann weiter. Ich könnte ja auch abbrechen, wenn es zu viel wird, aber angefangen hat der Prozess bereits.
ich will alles tun, um auszuschließen, dass der Krebs wieder kommt - ich bin noch jung und habe junge Kinder, für die ich da sein muss. Aber Wechseljahrbeschwerden, so plötzlich, damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich fürchte mich vor Libido-Verlust, meine Beziehung ist zwar stabil, aber ich will sie nicht gefährden - vor allem, weil ich mit meinem jetzigen Partner, den ich seit 3 Jahren erst kenne, so guten Sex habe, wie nie zuvor. Zum Glück mag er mich auch mit Glatze und Narben.

Eure Berichte machen mir Mut, dass am Ende alles gut wird. ich will die Hoffnung nicht aufgeben, aber die Durchhänger und Ängste, die ich nun habe, sind vielleicht stärker, als sie wären, wenn die Sch*-Medikamente sie nicht noch fördern würden...

Das macht positives Denken noch schwieriger - darf man dafür dann nicht auch Medkiation/Hilfe erwarten? Hat jemand von euch statt Hormonen Stimmungsaufheller / Anti-Depressiva bekommen?

Liebe Grüße
Dea
 
 
7. Aug 13

Chemonebenwirkungen
Deine Beschwerden liegen möglicherweise nicht nur daran, dass Du jetzt ins Klimakterium katapultiert wurdest. Bekommst Du parallel zur Chemo auch Cortison? Das macht auch ordentlich dick. Ich habe während und unmittelbar nach der Chemo stark zugenommen, ein Teil waren Wasserablagerungen. Das ging auch alles wieder weg mit medikamentöser Unterstüzung, bewusster Ernährung (während der Chemo hatte ich ganz komische Essgelüste) und Sport. Naja und die Stimmungsschwankungen sind doch auch allzu verständlich. Du hast nunmal Angst und die Chemo macht auch einiges mit Dir, nicht umsonst gibt es den Begriff Chemobrain. Ich konnte mich zeitweise gar nicht mehr konzentrieren, hatte schlimme Aussetzer und Panikattacken. Das ging auch wieder weg, aber ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, richtig alt zu sein.
Wenn Dein Arzt Dir nicht helfen kann bzw. will, such Dir einen Psychotherapeuten, am besten einen mit medizinischer Qualifikation, die dürfen auch Medikamente verschreiben und haben vor allem Ahnung davon. Antidepressiva bekommst Du rein theoretisch auch vom Hausarzt, aber die wissen in der Regel zu wenig darüber.
Und im Übrigen glaube ich nicht, dass wir immer positiv denken müssen. Tränen und Ängste brauchen auch ihren Raum....
 
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9. Aug 13

Emexestan
Nachdem zum Onkotype-Test jetzt auch der Hormonstatus geklärt ist, soll ich sofort mit Emexestan behandelt werden. Schaut man sich die Liste der "Behandlungsfolgen" an, scheint das ja noch mal eine ganz andere Nummer zu sein als Tamox, welches ursprünglich angeraten wurde.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit diesem AH?
 
 
9. Aug 13

Hallo devotions,

ich kenne sowohl Tamoxifen als auch den Aromatasehemmer Letrozol aus eigener Anschauung. Tamoxifen habe ich eigentlich ganz gut vertragen. Ich hatte zwar Hitzewallungen, aber die hatte auch schon während der Chemo. Aber dann kamen noch Knochenmetastasen dazu und ich wurde deshalb auf den Aromatasehemmer Letrozol umgestellt. Unschön ist jetzt die Scheidentrockenheit, die erst mal dazu geführt hat, dass Sex unmöglich wurde. Von meiner Frauenärztin bekam ich östrogenhaltige Scheidenzäpfchen, die mir Gott sei Dank geholfen haben. Da sie nur lokal wirken, hat mein Onkologe grünes Licht gegeben. Ohne diverse Hilfsmittel wie Gleitmittel und eben diesen Zäpfchen würde es nicht gehen. Aber es geht! Ich möchte auf Sex nicht verzichten, auch wenn es nicht mehr so einfach geht wie früher.

lg
Parvatishiva
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